Drei Tage Concours
Die zweite Ausgabe des Concurso de Elegancia, eines exklusiven Concours d’Élégance, der außergewöhnlichen Automobilen gewidmet ist, feierte ein triumphales Comeback an der Costa del Sol. An drei ereignisreichen Tagen kamen Sammler:innen, Besitzer:innen und Liebhaber:innen aus aller Welt zusammen, um einige der herausragendsten Fahrzeuge zu würdigen, die je gebaut wurden. Aufbauend auf dem Erfolg der Premiere festigte die Veranstaltung ihren Platz als Highlight im internationalen Automobilkalender. Als Treffpunkt, an dem Eleganz, Design und die Leidenschaft für das Fahren unter freiem Himmel in perfekter Harmonie aufeinandertreffen.
Anfang Oktober hat die spanische Costa del Sol einen ganz besonderen Zauber: Die Menschenmassen des Hochsommers haben sich gelichtet, das Meer verschmilzt mit dem Himmel in einem zinnfarbenen Dunst, und die Nachmittagssonne sorgt für eine Sanftheit, die sowohl den Menschen als auch dem Fahrzeuglack schmeichelt. Unter diesen geradezu verzauberten Bedingungen fand der Concurso de Elegancia Costa del Sol zum zweiten Mal statt, erneut unter der Leitung von Cavën. War der erste Concours noch eine Ankündigung dessen, was möglich sein würde, so bestätigte die diesjährige Ausgabe eindrucksvoll, dass diese Vision Wirklichkeit geworden ist. Drei Tagen lang versammelten sich 170 Teilnehmende an drei verschiedenen Veranstaltungsorten; die Besitzer:innen der Fahrzeuge traten in acht Kategorien gegeneinander an, unter dem Vorsitz von Chefjuror Chris Kramer. Die internationale Jury setzte sich aus Persönlichkeiten der bedeutendsten Concours der Welt zusammen, darunter die Designer Fabrizio Giugiaro, Ed Welburn und Tony Hatter. In diesem Jahr nahm Maison Ë als offizieller Medienpartner an der Veranstaltung teil. Es ist eine natürliche Allianz: Beide Häuser teilen die Überzeugung, dass ein Automobil zu gleichen Teilen Maschine und Kulturgut ist und dass Handwerkskunst es verdient, als Geschichte erzählt zu werden, anstatt lediglich als technisches Datenblatt verkauft zu werden.
TAG 1
Ein Zusammentreffen der Epochen
Auf den Rasenflächen des Higuerón Marbella Golf Resorts standen am Ausstellungstag verschiedene Epochen an Automobilen Seite an Seite. Die neuesten Hypercars, ganz aus Carbon und voller aerodynamischer Ambitionen, teilten sich das Putting Green mit jenen Supersportwagen, die die Fantasien mehrerer Generationen geprägt hatten. Dahinter behaupteten sich die Aristokraten des Feldes: handgefertigte Klassiker mit langen, geschwungenen Motorhauben, deren Chrom durch jahrzehntelange Pflege und liebevolle Zuwendung zu einem Spiegelglanz veredelt wurde.
Die Moderatoren des Concurso Amanda Stretton und Max Girardo eröffneten die Veranstaltung pünktlich um 16 Uhr, schlenderten über das Gelände, unterhielten sich mit den Teilnehmenden und kündigten Enthüllungen und besondere Veranstaltungen an. Als Main Partner der Veranstaltung präsentierte Bugatti den bahnbrechenden Tourbillon sowie den einzigartigen FKP Hommage. Letzterer wurde im Rahmen des exklusiven Solitaire-Programms der Marke erstmals überhaupt bei einer öffentlichen Veranstaltung gezeigt. Die Gäste waren außerdem eingeladen, einen eigens für den Concurso de Elegancia gestalteten McLaren 720S GT3X zu signieren – eines von lediglich 15 jemals gebauten Exemplaren. Homies Marbella wiederum präsentierte ein limitiertes T-Shirt, das in Zusammenarbeit mit der Veranstaltung entstanden war.
Der Maison-Ë-Pavillon zog den ganzen Nachmittag über zahlreiche Besucher an und bot neben Exemplaren der neuesten Ausgabe unseres Magazins auch eine Champagnerbar mit Dom Ruinart sowie einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an Blini mit Kaviari-Kaviar. Als die Hubschrauber zum Heimflug abhoben, versammelten sich die verbliebenen Gäste zum Abendessen, das von den Köch:innen Betty und Paul Gajewski konzipiert und betreut wurde.
TAG 2
Jenseits des Asphalts
Während der erste Tag des Concurso de Elegancia Costa del Sol noch von einer gewissen Statik geprägt ist, zeigt sich der wahre Geist der Veranstaltung in der Leidenschaft fürs Fahren. Auf dem Ascari Circuit werden die Fahrzeuge in Bewegung beurteilt – inklusive Klangkulisse. Ebenso gehört die gemeinsame Fahrt nach Ronda über eine der spektakulärsten Straßen Andalusiens fest zum Erlebnis und schafft unter den Teilnehmern ein echtes Gefühl von Gemeinschaft.
Auf einer Länge von 5,425 Kilometern und mit 26 Kurven folgt die Rennstrecke den Konturen des Geländes und wechselt zwischen schnellen Abschnitten, variierenden Steigungen und überhöhten Kurven. Ein Großteil des Charakters von Ascari liegt jenseits des Asphalts: Die Rennstrecke taucht zwischen Wäldern und Hügeln auf und verschwindet wieder, ohne dass visuelle Störungen die Landschaft unterbrechen. Francisco Fernández, Eigentümer des Ascari Race Resort, meint dazu: „Man kann eine Rennstrecke irgendwo anders auf der Welt anlegen, aber Andalusien lässt sich nicht kopieren.“ Das Klima, die Kultur und die Landschaft gehören ebenso zu Ascari wie die Strecke selbst.
Zum Mittagessen fuhren die Teilnehmenden zum LA Organic, einem 26 Hektar großen Olivengut außerhalb von Ronda, wo andalusische Tradition auf die visionäre Handschrift des legendären Designers Philippe Starck trifft.
Am späten Nachmittag machten sich die Autos auf den Rückweg nach Marbella, wo im „Nota Blu“ bereits das Abendessen wartete. Während die Gäste eine wohlverdiente Mahlzeit genossen, wurde bereits vor der Zeremonie am nächsten Tag ein Preis verliehen: Totems Restomod erhielt den Award für „Sound in Motion“.
„Man kann eine Rennstrecke irgendwo anders auf der Welt anlegen, aber Andalusien lässt sich nicht kopieren“,
TAG 3
Zwischen Fels und Rennstrecke
Der letzte Teil des diesjährigen Concurso hob sich den atemberaubendsten Akt für den Schluss auf. Vom Gran Marbella Resort & Beach Club aus schlängelte sich der Konvoi die Küste hinunter nach Gibraltar, wo im Schatten des wolkenumhüllten Felsens im Terminal des Joshua Hassan Gibraltar International Airport ein Mittagessen von Gajewski wartete.
Auf die Begrüßung durch den Ministerpräsidenten Fabian Picardo folgte eine Sicherheitseinweisung und anschließend etwas wahrhaft Außergewöhnliches: 40 Autos rollten auf die Start- und Landebahn hinaus – die ersten privaten Fahrzeuge überhaupt, denen dies gestattet wurde. Das einzige Flugzeug in Sichtweite war eine Bombardier Global 8000, die vor der spektakulären Kulisse des Felsens geparkt war. Die an beiden Enden von Wasser begrenzte Piste wurde zur Bühne für Bugattis eigenen Chief Commercial Director Hendrik Malinowski, der den Chiron Super Sport anlässlich des 110-jährigen Markenjubiläums auf gerade einmal 1.100 Metern auf 345 km/h beschleunigte – ein Lauf, der wie der Start eines Jets klang und Bugattis Anspruch auf die Krone der Hypercar-Welt eindrucksvoll untermauerte.
Ebenso unvergesslich war das Nebeneinander der Fahrzeuge auf der Startbahn: Koenigseggs, die Hochgeschwindigkeitsläufe neben einem Mercedes-Benz 300 SL Roadster und dem Bertone Runabout-Prototyp absolvierten. Nur wenige Schauplätze hätten die ganze Bandbreite der Automobilgeschichte – von wegweisenden Klassikern bis hin zur modernen Hypercar-Technik – so unmittelbar erlebbar machen können.
Schließlich war es die Villa La Favorita by Buccara, eine der exklusivsten Adressen an Marbellas Golden Mile, die sowohl den Tag als auch den Concurso zum Abschluss brachte. Bei einem von Maison Ë ausgerichteten Galadinner tauschten die Gäste bei einer Auswahl an Penfolds-Weinen ihre Eindrücke der vergangenen drei Tage aus, während Amanda Stretton und Max Girardo die Gewinner in den verbleibenden Kategorien bekanntgaben.
In der Kategorie „Pre-War“ ging die Auszeichnung an den Hispano-Suiza Alfonso XIII, gefolgt vom Cord Supercharger und dem Delage D8 S.
Die von Maison Ë präsentierte Kategorie „Post-War“ stand ganz im Zeichen von Mercedes-Benz: Der 300 SL Roadster belegte den ersten Platz, der 190 SL Roadster wurde Zweiter, und das 280 SE 3.5 Coupé komplettierte das Podium auf Rang drei.
Bei den „Vintage Supercars“ triumphierte der Bugatti Veyron 16.4 vor dem Ferrari 458 Speciale Aperta und dem Ferrari 512 M Art Car.
In der Kategorie „Motorsport“ sicherte sich der Ferrari 250 S Vignale den ersten Platz. Dahinter folgten der Mercedes-AMG DTM auf Rang zwei und der Ferrari 212 Inter auf Rang drei.
In der Kategorie „Fuera de Serie“ wurde der Totem GT Alfa Romeo zum Sieger gekürt, gefolgt vom Bertone Runabout und dem Brabus Bodo Cabriolet.
Den krönenden Abschluss bildete die Kategorie „Hypercar“: Hier ging die höchste Auszeichnung an den Koenigsegg Jesko, vor dem Aston Martin Valkyrie auf Platz zwei und dem Bugatti Tourbillon auf Rang drei.
Nicht zuletzt gab es auch abseits der Preisverleihung einen kleinen Erfolg zu feiern: Der Pool zwischen den Dinner-Tischen und dem Podium forderte keinen einzigen Gast als unfreiwilliges Opfer – auch wenn ein überglücklicher Preisträger nur knapp einer Abkühlung entging.
Das Wochenende neigte sich in den frühen Morgenstunden des Sonntags gemächlich dem Ende zu, als sich die Gäste im Ladies’ Salon zu einem Glas Louis Roederer Cristal oder in der Gentlemen’s Lounge zu einem Gläschen Ron Matusalem Sublime Kiku von den ersten beiden Flaschen dieser Charge, die überhaupt geöffnet wurden, begleitet von einer Davidoff-Zigarre.
Bereits nach zwei Jahren hat der „Concurso de Elegancia Costa del Sol by Cavën“ seinen eigenen Stil gefunden und erobert rasch seinen festen Platz im Veranstaltungskalender. Mit dem Mittelmeer als Kulisse und einer Vorliebe für Autos, die ebenso selten wie schön sind, liefert er überzeugende Argumente dafür, dass Marbella ein fester Bestandteil der Reiseroute jedes ernsthaften Sammlers sein sollte.